Workshop: Philologie und Aufklärung. Wechselwirkungen, Transformationen, Verschränkungen

29.2. bis 1.3.2024

Workshop zum DFG-Projekt „Genealogie der Philologie. Zur formativen Phase der Klassischen, Biblischen und Neueren Philologie (1777-1818)“.

Organisation: Dr. des. Na Schädlich und Prof. Dr. Daniel Weidner

Ort: Christian-Thomasius-Zimmer

Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA)

MLU Halle-Wittenberg, Franckeplatz 1, Haus 54, 06110 Halle (Saale)

Programm und Exposé

Kontakt: na.schaedlich(at)izea.uni-halle.de

„ … der hat auch Religion“ Konfession – Literatur – Kulturelle Differenz im langen 19. Jahrhundert

Tagung, 18.-19.4. 2024
Organisiert von Friedemann Stengel und Daniel Weidner

Die neuere deutsche Literaturwissenschaft ist in weiten Teilen überraschend konfessionsblind. Während für die Erforschung der Literatur der Frühen Neuzeit die „Konfessionalisierung“ ein wichtiges, wenn nicht das dominante Paradigma ist und in der benachbarten Geschichtswissenschaft die These vom 19. Jahrhundert als einem „zweiten konfessionellen Zeitalter“ für lebhafte Diskussionen gesorgt hat, fristet die Konfession in der Erforschung deutschsprachigen Literatur nach der Aufklärung eher ein Schattendasein. Neben anderen Gründen könnte das, so unsere Vermutung, auch an einem Theoriedefizit der Forschung liegen, die ‚Konfession‘ allenfalls mehr oder weniger verschämt als Kriterium der Sortierung von AutorInnen verwendet bzw. in Einzelstudien deren konfessionelle ‚Prägung‘ untersucht. Ziel des Workshops ist es vor allem, ein anderes Verständnis von Konfession zu erproben und zu diskutieren: Konfession funktioniert im 19. Jahrhundert als kulturelle Differenz, die nicht nur kirchlichen Zusammenhängen, sondern auch und gerade in den kulturellen Texten der Literatur verhandelt wird.